#schreiborte

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Rückblick 2016: Schreibfedern

Barbara aus Jena hat #schreiborte 2016 als kreativen Schreibanlass genutzt und teilt zusätzlich zu ihrem Bild auch sehr persönliche Gedanken mit uns.

 

Mein Schreibplatz

Ich schreibe unter einer Sammlung Himmel.

Eine Vielzahl gefundener Federn hängt über mir von der Zimmerdecke. Einst wurden sie von Vögeln unter den Wolken bewegt.

Sie speichern Sonne und Wind für mich. Milane, Falken und Eulen trugen sie hoch hinauf. Immer noch schwingen in ihnen die Stimmen von Möwe, Häher und Lerche.

Seit fast zwei Jahren fliegen sie mir zu und lassen sich finden. Seit dem Tag, als mein Sohn beim Klettern viele Meter hinab stürzte, beäugt von einer Schar Dohlen. Auch ihm wuchsen Flügel.

Ein Flattern begleitet mich seitdem stetig. Falken rütteln mich auf. Meine Seele bebt beim Anblick von Flügeln und Wolken.

Die Federn über mir helfen meinen Worten, ihre Krallen vom Boden zu lösen. Leicht schwingen sich die Sätze auf und tragen mich in andere Welten. Immer dann, wenn ich an meinem Schreibplatz sitze.

Einsendung von Barbara, 2016.

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