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Ein vom Aussterben bedrohter Schreibort: George Tavern in London

Ein Zusendung zum letztjährigen Fotowettbewerb hat uns nachhaltig beeindruckt: Ulrike schickte uns ein Foto aus einem englischen Pub, das mit seiner Urigkeit besticht: Auf dem hölzernen Tisch (der für sich allein schon tausende Geschichten erzählen könnte) stehen neben dem Schreibjournal ein Gläschen Rosé und zu Kerzenhaltern umfunktionierte Flaschen. Ein in die Jahre gekommenes, aber charakterstarkes Sofa kontrastiert zu den eher spartanisch anmutenden Tischen und Stühlen, die sich im Raum verteilen. Eine große Fensterfront leutet die Szene aus und in der Bildmitte deutet ein Stapel Boxen auf das ein oder andere Live-Musikspektakel hin.

Ulrike Ulrich: George Tavern in London

Ulrike schrieb uns dazu:

„(D)ie George Tavern (von 1623) ist der letzte private Musikveranstalter im Immobilienwahnsinn von London, ein wunderbares Pub, in dem fast jeden Abend Live Musik gespielt wird.

(und es gibt eine Kampagne Save the George Tavern, auf Change.org)

Ich bin eine Deutsch-Schweizerische Schriftstellerin und darf für ein halbes Jahr zweihundert Meter davon entfernt leben und schreiben.

Und fast jeden Abend zwischen 5 und 7 sitze ich dort und schreibe in mein Notizbuch oder korrigiere, was ich am Morgen geschrieben hab. Es ist noch kaum jemand dort, die Musik ist super, manchmal gibt es einen Soundcheck.“

„Immobilienwahnsinn“ also – klingt spannend. Eine schnelle Recherche bestätigt: der Laden steht unter Druck. In der englischen Wikipedia wird ein inzwischen offline genommener Artikel zitiert, der sogar in Gandalf einen Unterstützer des George sieht; auch Kate Moss findet die George-Unterstützerhemdchen anscheinend kleidsam. Die Huffpost schreibt das Malheur einem Mangel an gesundem Menschenverstand und untragbarer Stadtplanung zu.

Und so haben wir dank Ulrike wieder was dazu gelernt, über die Welt, und über den Zustand, in dem sie sich befindet. Habt ihr auch einen Schreibort, von dem wir was lernen können? Dann lasst von euch hören und schickt uns eure #schreiborte!

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Thema von Anders Norén