Fotowettbewerb #schreiborte 2018

Zeig uns, wo Du schreibst!

2018 zu gewinnen: Kaweco Sport Kalligraphie-Set

Beitrag erstellt von Daniel Spielmann

Auch 2018 lohnt sich die Teilnahme am Fotowettbewerb #schreiborte für einige Teilnehmende besonders: Ich bedanke mich bei der h & m gutberlet® gmbh, die dieses Jahr einige Kalligraphie-Sets zur Verfügung stellt.

2018 zu gewinnen: das Kalligraphie-Set von Kaweco

Das Kalligraphie-Set kommt in einer Metallbox und beinhaltet einen Kaweco Sport (klassisches Modell) und drei zusätzliche Federn. Insgesamt umfasst das Set (Italic-)Federn der Stärke 1.1, 1.5, 1.9 und 2.3. Die Federn werden (samt Griffteil) in den Stift eingedreht und sind somit leicht austauschbar. Außerdem liegen dem Set drei Gummikappen bei, um die Federn nach dem Wechsel vor dem Austrocknen zu bewahren.

Kaweco legt dem Set außerdem zwei Schachteln schwarzer Tinte bei. Wer Shading in seiner Tinte mag, hätte sicher gerne eine andere Farbe gesehen, aber über einen passenden Konverter kann ja jede beliebige Tinte genutzt werden. Mit dem beiliegenden Schwarz sind auf jeden Fall klassische Kalligraphie-Arbeiten machbar.

Der Klassik Sport ist nicht irgendein Stift, sondern vielmehr: ein Klassiker, eben. Hier Informationen zum historischen Hintergrund dieses Stiftes:

1883 als „Heidelberger Federhalterfabrik“ von den Herren Luce & Ensslen gegründet, ist Kaweco die zweitälteste deutsche Firma für Schreibgeräte; nur Soennecken ist älter. Über die Anfänge der Federhalterproduktion in Deutschland ist wenig bekannt, es darf aber angenommen werden, dass man in Heidelberg zunächst Federhalter aus Holz gedreht und Federn aus England importiert hat. In den 1890ern wurden zunächst v.a. sog. „Eyedropper“ hergestellt – also Federhalter, bei denen die Tinte nicht in Patronen oder Konvertern gefüllt, sondern direkt in den hohlen Stiftkörper hineingetröpfelt wird. Danach gab es außerdem Druckbleistifte, bevor man sich auf Stifte für den Alltagsgebrauch konzentrierte, auf die ich gleich noch kurz eingehe. 1899 wechselte die Firma die Besitzer und trug fortan den Namen „Hedelberger Federhalterfabrik Koch, Weber & Compagnie“ – später kurz KAWECO.

1908 tauchten in einem Katalog für Federhalter die ersten Kaweco Taschenfüllfederhalter auf. Von Beginn an war dieses Modell auf Transportabilität ausgelegt – eben ein Füllfederhalter für die Tasche. Drei Jahre später bewirbt Kaweco einen „Sicherheitsstift für Damen, Offiziere und Sportler“ – na, wenn das mal kein interessantes Zielgruppenpotpourri ist. Erkennbar waren diese Federhalter an der Aufschrift „Sport“, der Werbeslogan versprach „sicheres Verschließen in jeder Situation“. 1913 erwarb man für die Herstellung von Schreibfedern Maschinen von Morton in England und war ab sofort in der Lage, qualitativ hochwertige Goldfedern selbst herzustellen.

Das „goldene Zeitalter“ dieser Schreibgeräte lässt sich mit einem Blick auf die Beschäftigtenzahlen näher bestimmen: während 1903 25 Mitarbeiter beschäftigt waren, konnte man 1925 schon 1200 Beschäftigte (meist Mädchen und Frauen, die die Stifte zusammenbauten und die Federn polierten) in Lohn und Brot halten, von denen die meisten dann kurze Zeit später entlassen werden mussten. Die Gründe für diesen Niedergang sind bis heute nicht ganz klar, ein Faktor aber dürfte der Weggang einiger fähiger Ingeneure und Verkäufer gewesen sein, von denen manche eigene Firmen gründeten und damit die Konkurrenz verschärften (etwa: Dimmler, Hebborn, Mutschler und die Gebrüder Böhler). 1929 ging Kaweco bankrott und die „Badische Federhalterfabrik Knust, Grube & Woringen“ aus Wiesloch bei Heidelberg erwarb Teile des Maschinenparks sowie Kawecos guten Namen.

Ab 1934 bot Kaweco dann Stift „No. 9“ zusammen mit einem Druckbleistift (No. 17) inkl. passender Lederhülle an. Es lässt sich erkennen, dass der Kaweco Sport bereits zu Beginn der 1930er durch konsistenten Vertrieb eine Marke für sich geworden war.

Nun blieb der Kaweco Sport aber nicht nur Bestseller in Spezialgeschäften und im B2B-Bereich. Viele bekannte Firmen nutzten ihn als Werbegeschenk – insb. in den 1950er und 1970er Jahren. Seit Mitte der 1960er wurden auch Sondereditionen des Stiftes entwickelt, etwa das Kaweco Sport Set in einem Holzkästchen mit „Kaweco-Uhr“ am Lederetui, oder im Verbund mit einem Taschentuch der Marke Stoffels. 1972 gab es den Kaweco Sport anlässlich der Olympischen Spiele in München mit einem passenden Schmuckanhänger. Danach geriet der Stift eineinhalb Jahrzehnte eher in Vergessenheit, bis er Mitte der 1990er (nach erneutem Besitzerwechsel) von h & m gutberlet gmbh wiederbelebt wurde.

Sonderedition des Kaweco Sport anlässlich der Olympischen Spiele in München 1972

Um nun diesen Klassiker im Kalligraphie-Set möglicherweise zu gewinnen, musst du nur ein eindrucksvolles Bild deines Lieblingsschreibortes machen und an uns schicken. Wenn Du auf Twitter bist, nutze dazu den Hashtag #schreiborte.

Weiter Beitrag

Antworten

© 2018 Fotowettbewerb #schreiborte 2018

Thema von Anders Norén